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20.02.2015

Bericht: Filmvorführung Tod vor Lampedusa

Mehr als 60 interessierte Besucher konnten die Amnesty International Hochschulgruppe und die Asylgruppe von Amnesty International Dortmund in der Auslandsgesellschaft zur Filmvorführung „Tod vor Lampedusa“ begrüßen. Der Film erzählt die Geschichte von Dawit, der aus dem Polizeistaat Eritrea nach Europa flieht und dabei sowohl die gefährliche Durchquerung der Sahara als auch einen Gefängnisaufenthalt in Ägypten, wo Flüchtlinge unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert werden, überlebt. Vor allem aber die letzte Etappe seiner Reise schockiert die Zuschauer besonders: Bei der Überfahrt über das Mittelmeer, kurz vor der Insel Lampedusa, kentert das kleine Boot mit unzähligen Flüchtlingen an Bord und viele Menschen ertrinken. Dass hier nicht etwa die Küstenwache den ertrinkenden Menschen, darunter auch Mütter mit ihren Kindern, zur Hilfe kommt, sondern ein Ehepaar, welches mit ihrem Segelboot unterwegs ist, macht die Besucher der Veranstaltung besonders nachdenklich. Das Ehepaar und ihre Freunde mussten über eine dreiviertel Stunde auf Hilfe der Küstenwache warten, obwohl sie auf ihrem Boot so viele Menschen aufgenommen hatten, dass sie selbst zu kentern drohten.

Kann so eine humane europäische Flüchtlingspolitik aussehen? Natürlich nicht! Birgit Naujoks, die Geschäftsführerin des NRW-Flüchtlingsrates stellt sich in der anschließenden Diskussion Fragen des Publikums und erklärt, dass sich die europäische Flüchtlingspolitik vor allem auf Abschottung stützt und sich weniger für den Schutz der Fliehenden einsetzt, die wie Dawit in überfüllten und zum Teil seeuntauglichen Booten nach Europa kommen. Dies zeigt sich auch daran, dass Mare Nostrum, das bisherige Seenotrettungsprogramm, welches finanziell allein von Italien getragen wurde, von Triton, welches sehr auf die Abschreckung von Flüchtlingen ausgerichtet ist und einer umfassenden Seenotrettung nicht gerecht werden kann, abgelöst wurde. In der Diskussion wird deutlich, dass es nicht die eine Lösung für die Flüchtlingsproblematik gibt und auch Ansätze wie Quotenregelungen, also Vorschriften, welches Land wie viele Flüchtlinge aufnehmen soll, nur bedingt greifen. „Auch Quotenregelungen halten Menschen nicht auf“, so Naujoks. Trotzdem ist eine Reform der europäischen Flüchtlingspolitik notwendig, um Länder wie Italien, die mit dem hohen Ansturm an Flüchtlingen überlastet sind, zu unterstützen.

Einen ausführlichen Artikel gibt es unter: http://www.trailer-ruhr.de/quotenregelungen-halten-menschen-nicht-auf